Private Equity in China: Erster Megadeal verblüfft
admin Bürokratieabbau mit staatlichen Interessen verknüpft

Chinas Private-Equity-Firmen sollen konkurrenzfähig werden (Foto: pixelio.de)
Beijing (pte/31.10.2007/06:15) - Chinas aufkeimende Private-Equity-Industrie scheut die etablierte Konkurrenz wie die Carlyle Group http://www.thecarlylegroup.com oder TPG http://www.tpg.com nicht und beabsichtigt mittel- bis langfristig dem einheimischen Markt kräftig einzuheizen. So startet die chinesische Bohai Industrial Investment Fund Management Company http://www2.tjftz.gov.cn ihren ersten Frontalangriff und steigt für 200 Mio. Dollar als 20-prozentiger Anteilseigner bei der Tianjin Pipe (Group) Corporation http://www.tpcointernational.com , Chinas größtem Stahlrohrproduzenten, ein. Am kommenden Freitag werden alle nötigen Verträge unterzeichnet. “Meiner Meinung nach ist China nach wie vor ein geeigneter Investitionsstandort. Dennoch sind kleinere Investmentfonds derzeit die bessere Strategie, da diese häufig lokal effizienter vernetzt sind und über entsprechende Anbindungen vor Ort verfügen”, sagt Florian Siegfried, Geschäftsführer des Schweizer Finanzdienstleisters shaPE Capital AG http://www.shape-capital.com , im Gespräch mit pressetext. Laut dem Experten verfügen derzeit ausschließlich große Private-Equity-Gesellschaften aus den USA wie Carlyle über große Finanz-Vehikel, die sich in Megainvestitionen ausdrücken.
Unterstützt von der chinesischen Regierung, einer vollen Kriegskasse sowie kapitalreichen chinesischen Investoren hofft man, Chinas Private-Equity-Industrie weiter voran treiben zu können und bürokratische Hürden nun auch für inländische Gesellschaften zu beseitigen. Analysten bewerten den aktuellen Vorstoß Bohais als einen sehr ambitionierten Schritt, da das Unternehmen mit Tianjin Pipe den bislang größten Deal im laufenden Geschäftsjahr tätigte. Dennoch schläft die ausländische Konkurrenz nicht. So beläuft sich das investierte Volumen allein für 2006 auf rund 1,6 Mrd. Dollar. Schwergewichte wie die US-Investmentfirma Blackstone Group http://www.blackstone.com landeten erst unlängst einen 600-Mio.-Dollar-Coup und stiegen bei dem chinesischen Chemie-Produzenten China National BlueStar (Group) Corporation ein.
Die chinesische Regierung lockerte eigens für den Bohais-Deal entsprechende Regulierungen und ebnete somit maßgeblich den Weg für den inländischen Geschäftszweig. “Dennoch sollten Investitionen in China mit einer gewissen Vorsicht erfolgen, schließlich sind noch längst nicht alle bürokratischen Stolpersteine aus dem Weg geräumt. Es darf jedoch nicht unterschätzt werden, dass sich die Chinesen sehr viel vom Ausland - und hierbei insbesondere von den USA und deren Private-Equity-Struktur - abschauen. Schließlich hat dieses Geschäft in den USA bislang auch gut funktioniert”, ergänzt Siegfried auf Nachfrage von pressetext.
Trotz aller Zuversicht über die chinesischen Errungenschaften sowie eine vermeintlich breite Marktöffnung bewerten Experten den aktuellen Bohai-Tianjin-Deal nur als ersten Schritt in die richtige Richtung. Bohai gehört zu 53 Prozent der Bank of China http://www.bank-of-china.com und deren Investment-Banking-Arm BOC International Holdings Ltd. So wird darüber spekuliert, dass bestimmte Restriktionen im speziellen Fall seitens der chinesischen Finanzbehörden nicht uneigennützig gelockert wurden. Die Verwicklung von chinesischen Wirtschaftsinteressen, die von dem Deal profitieren, ist folglich anzunehmen. “Trotzdem sehe ich im Bürokratieabbau in China einen positiven Effekt für die gesamte Branche, da privates Kapital seitens der Regierung nun scheinbar aktiver gefördert wird”, so Siegfried abschließend.
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